Mein ganz persönliches Kongress-Telegramm zur Autoren-Veranstaltung der Schule des Schreibens

2014-11-05_dtSchreibT-Titel

Du warst dabei? Dann haben wir vielleicht in einem Workshop unseren Spaß gehabt und du findest hier Erinnerungen und Wissenswertes.

Du konntest nicht dabei sein? Vielleicht ist dann die eine oder andere hier genannte Information für dich erst recht interessant.

Komm mit und begleite mich in ein Wochenende mit Mehrwert.

  • Ein guter Start
  • Fan oder Fotograf – immer locker bleiben
  • Möge die Freiheit der Gedanken mit uns sein
  • Was man alles selbst machen kann, sollte oder sogar muss
  • Man bekommt nicht immer, was man verdient
  • Die Magie des Moments
  • Bekannt oder nicht bekannt? Das ist hier die Frage
  • Durch das kretische Labyrinth auf Heldenreise
  • Humor ist, wenn man trotzdem lacht
  • Eine runde Sache
  • #OffeneFragen – lass uns darüber sprechen, was meinst du dazu?
  • #Linkliste – zum Nachschlagen und für Querleser

Ein guter Start

Freitag, 31. Oktober, 11:23 Uhr – Essen HBF, Sonnenschein und ein pünktlicher Zug. Na viel mehr kann es doch nicht geben, oder? Ich suche meinen Platz, stelle fest, dass ich „gegen“ die Fahrtrichtung gebucht habe, grrr. Ok, mal schauen, ob mir das wirklich etwas ausmacht. Mein Gegenüber für die folgenden Stunden ist ein sympathischer Junge. Wie er mir später verrät, ist er 13 Jahre jung und kommt aus Berlin. Ich richte mich ein, nehme meinen E-Book-Reader und versinke in das dritte Buch der Mütter-Mafia-Reihe von Kerstin Gier – „Gegensätze ziehen sich aus“.

16:45 Uhr Ankunft in Berlin, eine halbe Stunde Verspätung – geht noch. Rückwärtsfahren war ok. Bin zum ersten Mal hier, wow! was für ein riesiger Bahnhof. Frage mich durch und lande – ratzfatz – in der Regionalbahn Richtung Wannsee.

Fan oder Fotograf – immer locker bleiben

17:30 Uhr – Stehe vor dem Begegnungszentrum Clara Sahlberg, alles ruhig, bin wohl eine der ersten, checke ein, mache mich frisch und schaue mich um. Auf meinem Weg ins Foyer begegne ich zwei Frauen, die gerade den richtigen Standort für ein Duo-Selfi suchen. Mein Angebot, die Fotografin zu machen, nehmen sie gerne an. Irgendwo habe ich das freundliche Gesicht einer der Beiden schon mal gesehen. Könnte es die Autorin von „Das Lavendelzimmer“ sein? Traue mich nicht, mich irgendwie fanartig zu verhalten. Hört man doch immer wieder, wie genervt bekannte Personen davon sind. Tue also so, als ob ich täglich mit anderer Leute Handys Prominente fotografiere. Klick – die Mädels sind zufrieden – ich setze mich zu einer kleinen Gruppe im Foyer einfach dazu, lächle freundlich und hoffe, nicht falsch platziert zu sein. Wie ich später erfahre, bin ich in Gesellschaft der Autoren Andreas Liebert und Fritz Gesing nebst seiner Frau Patricia. Nina George, inzwischen habe ich kapiert, dass sie es wirklich ist, setzt sich zu uns und die lockere Atmosphäre macht Mut für die nächsten Tage. Keine Starallüren – gefällt mir.

19:00 Uhr – Die Veranstalterin Schule des Schreibens hat zu Sekt und Snack geladen. Inzwischen sind bestimmt 50 Teilnehmer eingetroffen. Wir stehen zusammen und snacken Brezel mit Käse.

22:00 Uhr – Die Ohren rauschen von 5 Stunden Zug, den Gesprächen und der Spannung auf so viel Neues. Nur noch Augen zu und eine Runde schlafen. Ein Gedanke an die Unterhaltung von eben lässt mich nicht los. Welche Auswirkungen hat das heutige Leseverhalten durch Internet und Co. auf die Leser? Müssen Autoren anders schreiben, um die „Generation Klick“ zu erreichen?

Möge die Freiheit der Gedanken mit uns sein

Samstag, 1. November, 8:15 Uhr – Ich finde den Weg zum Speisesaal und mache mich an das Buffet. Die Auswahl ist gut und sogar laktosefreie Milch für meinen koffeinfreien Kaffee ist vorhanden. Klasse Location!

9:45 Uhr – Alle sitzen im großen Saal. Einführungsworte von der pädagogischen Leiterin der Schule des Schreibens, Kirsten Huter, und dann kommt sie: Nina George. Bis auf die Kleidung ist nichts anders an ihr als gestern Abend. Nur ihre Sprachmelodie verrät bei ihrem Vortrag, dass sie im Reden vor Leuten sehr geübt ist. Mit viel Witz und Charme erzählt sie von sich, von Hoffnungen und Realität, von Disziplin, seelischer Nacktheit und Durchhaltevermögen. Besonders hebt sie hervor, wie wichtig Veranstaltungen wie diese sind: Sich mit Gleichgesinnten zu treffen. Menschen, mit denen man gemeinsam in Gedanken diese Welt verlassen und neue Welten erobern kann. „Lassen wir uns das nicht nehmen und genießen es an diesem Wochenende.“ fordert sie uns auf. Jawoll! Ich bin hoch motiviert.

Was man alles selbst machen kann, sollte oder sogar muss

11:15 Uhr – Workshop Plotten bei Cornelia Adomeit. Ziemlich schnell wird mir klar, dass Plotten man gar nicht so einfach ist. Bin erstaunt, was man vor dem Schreiben alles bedenken muss. Meine krimischreibende Nachbarin rechts von mir bringt dann meine Gedanken exakt auf den Punkt. Sie fragt, ob wir es denn vorher wirklich so weit treiben müssten. Man denke doch am Anfang eher nicht über so viele Punkte nach, sondern folge dem Schreibimpuls. Ich nehme mit, es ist sehr wichtig, einen nachvollziehbaren Plot zu erstellen. Zu welchem persönlich bestimmten Zeitpunkt auch immer. Nicht zu unterschätzen ist auch, wenn ich es nicht selbst mache, macht es spätestens das Lektorat und wer weiß, in welche Richtung meine Geschichte dann geht. Also: Konzentration auf das Plotten.

14:00 Uhr – Wieder alle im Plenum. Matthias Matting wird angekündigt als der „Self-Publishing-Gott“. 65 Werke hat er wohl zurzeit online. Unprätentiös und verständlich erzählt er uns in 20 Minuten, wie man in 20 Minuten sein Buch selbst verlegen kann. Na ja, wenn ich an all die Dinge denken will, die er gerade nur angerissen hat, bin ich auf jeden Fall länger beschäftigt. Gut, dass man dazu dann auf seiner Seite selfpublisherbibel.de nachschauen kann.

15:00 Uhr – Passgenau zum Thema der nächste Workshop. Wenn ich selbst verlegen will, brauche ich jede Menge Wissen über Marketing & Co. Auf erfrischende Weise führt Markus Neuschäfer durch die verschiedenen Topics beim Self-Marketing für Autoren. Beim Thema „Soziale Netzwerke und Online-Multiplikatoren“ sehe ich an den Reaktionen der anderen Workshop-Teilnehmer, dass sie damit bisher nicht wirklich kalkuliert haben. Ich als Social Media-Fan sehe hier echtes Potential. Ein neues Thema für meinen Blog.

Man bekommt nicht immer, was man verdient

17:15 Uhr – Toller Titel für die Expertenrunde: „E-Book, Self-Publishing & Co. – bessere Zeiten für Autoren oder falsche Hoffnung? Sabine Korsukéwitz stimmt uns auf das Thema ein. „Ist es wirklich ein Gewinn, wenn wir Autoren alles selbst machen können oder auch müssen?“ In der Diskussion hält sich das Für und Wider in Waage. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, welcher Weg zur eigenen Persönlichkeit am besten passt. Auf dem Weg ins Zimmer geht mir durch den Kopf, was ich über den Verdienst von Autoren gehört habe. Kaum zu glauben, ein Autor bekommt normalerweise nur 5 Prozent vom Verkaufspreis. Wenn er gut verhandelt, dann können es auch 7 Prozent werden. Ok, ich überlege, Taschenbuch 9,99 Euro, da muss man aber eine Menge Bücher verkaufen, um davon leben zu können. Nehme mir vor, nie wieder zu denken: „Das ist aber ein teures Buch.“.

20:30 Uhr – Habe ich gelacht! Die Combo vom Impro-Theater Die Gorillas aus Berlin. Was für Wortakrobaten: „Welchen Titel soll die folgende Szene haben?“ Mein Vorschlag aus der Abendrunde: „Die Fischin, die gemobbt wurde – gestern.“ Sie haben es wirklich geschafft, daraus eine tolle Bühnennummer zu machen. Respekt! Noch mit Lachtränen in den Augen und voller Vorfreude auf die kommenden Gespräche mache ich mich auf den Weg in die hauseigene Gaststätte.

Die Magie des Moments

irgendwann nach 24 Uhr – Kaum zu glauben. Fuhr ich doch mit dem Gedanken hierhin, mein Buchprojekt wahrscheinlich nie realisieren zu können. Dann traf ich Claudia Heck und jetzt sitze ich hier, immer noch perplex, auf der Bettkante und das Konzept steht: Es wird ein autobiografischer Episoden-Roman; ich kenne den Anfang und habe schon viele Ideen für die einzelnen Episoden; Rahmenhandlung und Schluss muss ich noch genauer durchdenken. Das muss es sein, was Nina George meinte, als sie sagte: „… gemeinsam in Gedanken diese Welt verlassen und neue Welten erobern.“. Tschacka!

Bekannt oder nicht bekannt, das ist hier die Frage

Sonntag, 2. November, 2014, 9:30 Uhr – Autorenrunde, Sabine Korsukéwitz, stellt uns Aveleen Avide, Regine Kölpin und Mathias Kopetzki vor. Drei ehemalige Teilnehmer der Schule des Schreibens, die es geschafft haben. Sie berichten von dem Glück, einen wundervollen Lektor an der Seite zu haben und beschreiben die Kraft, Kritik nicht persönlich zu nehmen. Die Diskussion mit den Teilnehmern konzentriert sich dann auf den tatsächlichen Schutz eines Pseudonyms. Ein wirklich umfangreiches Thema. Aus den Teilnehmerfragen und Autorenantworten ergibt sich für mich kein einheitliches Bild. Eine Frage, die es näher zu beleuchten gilt.

Durch das kretische Labyrinth auf Heldenreise

11:00 Uhr – Raum gefunden, auf in das Thema „Autobiografie und Erfahrungsbuch“ mit Karla Schmidt. Gut, dass ich mich schon bei der Anmeldung für diesen Workshop eingetragen habe. Hoffe auf Hinweise für mein taufrisches Konzept. Schnell wird mir klar, dass auch hier der Plot die entscheidende Rolle spielt. Vorzugsweise die Heldenreise: „Man prüft sich selbst, integriert die dunklen Aspekte, um am Ende mit einer neuen, gefestigten und – vor allem – selbst erarbeiteten Identität zurückzukehren.“. Um den roten Faden meiner Geschichte zu finden, soll ich mich auf den Weg in das kretische Labyrinth machen. Meine Versuche scheitern sowohl zeichnerisch als auch inhaltlich. Wenn ich mein Projekt angehe, werde ich mich diesem Thema wohl ausführlicher widmen müssen.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

14:00 UhrHumor, na das ist es doch. Sicher eine leichte, lockere Sache dachte ich – bis gerade. Hatte ich schon erwähnt, dass mein autobiografischer Episoden-Roman humoristisch geschrieben werden soll? Sollte ich mir vielleicht doch noch mal überlegen. Humor ist so diffizil. Ich trockne gerade noch die Lachtränen, nachdem ich eine Stelle aus der Mütter-Mafia zum Besten gegeben habe, und meine Nachbarin rechts von mir schaut mich nur erstaunt an. Mir geht es dann bei einem klassischen Beispiel von Wolfgang Amadeus wie meiner Nachbarin, ich kann echt nicht verstehen, was daran lustig sein soll. Das Lachen kommt aber in diesem Workshop trotzdem nicht zu kurz. Die verschiedenen Humor-Lager amüsieren sich einfach über sich selbst. Ich schreibe mir noch eben die Buchempfehlungen von Mitteilnehmern Handwerk Humor und Einsamkeit und Sex und Mitleid auf meinen Block und ab geht es in Richtung Taxi.

Eine runde Sache

23:00 Uhr – Nach einer zweistündigen Umleitung meines Zuges, in der ich gefühlte zwanzig, von der Bahn zur Besänftigung der Gäste angebotenen, Schokoladenkekse vernascht habe, bin ich wieder daheim.

Ein ereignisreiches Wochenende, getragen von Engagement, angereichert mit Wissen und geteilt mit Gleichgesinnten liegt hinter mir. Schreibtage 2015 – ich komme!

#OffeneFragen – lass uns darüber sprechen, was meinst du dazu?

Welches Social Media Management brauchen Autoren?

Welche Auswirkungen hat das heutige Leseverhalten durch Internet und Co. auf die Leser? Müssen Autoren anders schreiben, um die „Generation Klick“ zu erreichen?

Sollte ich einen Autorenstammtisch für Essen und Umgebung gründen, um regelmäßiger mit Gleichgesinnten diese Welt zu verlassen?

Unter welchen Umständen kann ein Pseudonym Sinn machen?

#Linkliste – zum Nachschlagen und für Querleser

Andreas Liebert¨Aveleen Avide¨Begegnungszentrum Clara Sahlberg¨Claudia Heck¨Cornelia Adomeit ¨ Das Lavendelzimmer¨Die Gorillas¨Einsamkeit und Sex und Mitleid¨Facebookgruppe #schreibtage2014¨Fritz Gesing¨Generation Klick¨Handwerk¨Humor¨Heldenreise¨Humor¨Karla Schmidt¨Kerstin Gier¨kretische Labyrinth¨Markus Neuschäfer¨Mathias Kopetzki¨Matthias Matting¨Nina George¨Pseudon2014-11-05_dtSchreibT-Flyerym¨Regine Kölpin¨Sabine Korsukéwitz¨Schule des Schreibens¨self publishing¨Self-Marketing für Autoren¨selfpublisherbibel.de¨Twitter #schreibtage2014¨ 2014-11-05_dtSchreibT-Flyer

 

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3 Kommentare zu “Mein ganz persönliches Kongress-Telegramm zur Autoren-Veranstaltung der Schule des Schreibens

  1. Mir kommt es vor, als hätte ich die Reise mit dir gemeinsam angetreten. Mitreißend und Begeisternd! Davon bitte mehr. Du bist in DEINER Welt angekommen. Gratuliere!!!
    (Um die Bekanntschaft mit Nina George beneide ich dich. Nach „Das Lavendelzimmer“ freue ich mich auf „Die Mondspielerin“, die ich hoffentlich am Wochenende lesen kann.)

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  2. Dein Schreiben macht Lust auf mehr … locker und luftig über ein Wochenende geflogen, persönlich und vor allem nicht mit erhobenem Zeigefinger. Wer da keinen Appetit auf das Schrieben bekommt … aller Anfang kann so leicht sein … und, siehe da, man findet einen Riesenpool von Gleichgesinnten.

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